Motorradreisen im Ausland: Was ihr wissen müsst

Nicht jeder will die Saison ausschließlich in heimischen Gefilden nutzen. Bei Fahrten mit dem Bike im Ausland solltet ihr allerdings ein paar Dinge beachten – besonders in puncto Sicherheit und Verkehr.

Wenn ihr wisst, wo es hingehen soll, solltet ihr euch zunächst über die länderspezifischen Eigenarten in Sachen Verkehrsregeln, Helmvorschriften und die Mitnahme von Beifahrern informieren. Auch Erste-Hilfe-Sets sind zum Beispiel in einigen Ländern verpflichtend mitzuführen. Die Tatsache, dass ein Verbandkasten für Motorräder in Deutschland nicht zwingend vorgeschrieben ist, stellt im Vergleich zu anderen EU-Ländern fast schon eine Ausnahme dar.

Interessant zu wissen: Die Geldstrafen für Geschwindigkeitsübertretungen und andere Verkehrssünden sind in Deutschland sogar vergleichsweise gering. In Italien beispielsweise ist das Gegenteil der Fall. Ist man in einigen Ländern nicht in der Lage, Strafgebühren sofort zu bezahlen, kann darüber sogar eine Beschlagnahme des Bikes drohen.

Ein hilfreiches Dokument für Fahrer im Ausland ist nach wie vor die „grüne“ Versicherungskarte, auch wenn diese theoretisch aufgrund des Kennzeichenabkommens überflüssig geworden ist. Diese internationale Versicherungskarte für Kraftverkehr gilt als Versicherungsnachweis im Ausland und kann die Abwicklung bei einem Unfall sehr erleichtern. Sie enthält zudem die Adressen ausländischer Regulierungsbüros, an die sich Unfallgeschädigte wenden können.

Habt ihr eine solche Karte nicht, solltet ihr sie bei eurer Versicherung anfordern. Darüber hinaus bieten die Versicherungen auch Schutzbriefe an, die für Fahrten im Ausland noch weiter absichern. Zu den häufigsten Leistungen zählen Pannenhilfe, Bergungs- und Abschleppkosten oder Mietwagen bei Reiseunterbrechungen.

Insgesamt gilt bei den Vorbereitungen für die Auslandsreise wie fast immer: Lasst die Kirche im Dorf und macht euch nicht übermäßig viele Gedanken. Ein paar Dinge könnt ihr jedoch im Vorfeld ohne großen Aufwand klären, um unschöne Erlebnisse im Zweifelsfall zu vermeiden.

Kleine Beifahrer: Tipps für Kinder auf dem Motorrad

Nicht mehr lange und die Kids werfen ihren Tretroller in die Ecke. Darauf solltet ihr vorbereitet sein.

Manche Kinder haben es raus, solange zu quengeln, bis sie doch einmal für eine kleine Spritztour mit auf das Motorrad dürfen. Zwei Fragen sollten sich aber vorab alle Eltern durch den Kopf gehen lassen: Wie ist eigentlich die Gesetzlage und was sollten Kinder vorher können?

Grundsätzlich sagt der Gesetzgeber: Der Nachwuchs gehört erst auf das Motorrad, wenn er die Fußrasten sicher erreichen und sich selbst festhalten kann. Je nach Größe eurer Kids ist das erst ab zehn bis zwölf Jahren möglich. Für kleinere Kinder muss ein spezieller Sitz auf der Maschine befestigt werden, der mit Fußschlaufen und fester Rückenlehne ausgestattet ist.

Führt Kinder in jedem Fall langsam an das Biker-Vergnügen heran und übt, wie sie sich zum Beispiel auf einem Motorrad in Kurven am besten verhalten – alleine schon, um gemeinsame Touren harmonisch zu gestalten. Sprecht auch einige wenige Zeichen für die Fahrt ab. So kann zum Beispiel ein Klopfen auf dem Oberschenkel „Anhalten“ bedeuten. Haltet die ersten Ausfahrten möglichst kurz und erkundigt euch regelmäßig nach dem Befinden des kleinen Beifahrers – natürlich auch, um sicherzugehen, dass er als Erwachsener selbst zum eingefleischten Motorrad-Fan wird.

Eine wesentliche Investition sind Kleidung und Helm für die Kids. Gebrauchte Bikerkleidung mit Protektoren ist eine Möglichkeit, um auf das schnelle Rauswachsen zu reagieren – der Helm hingegen sollte besser neu sein, denn feine Risse von einem möglichen vorherigen Unfall sind oft kaum zu sehen. Achtet hier auf spezielle Kinderhelme, die mit ihrem geringeren Gewicht die Nackenmuskulatur und den Kopf nicht zu sehr belasten.

Zur Sicherheit eures Kindes tragt ihr natürlich auch mit der Fahrweise bei. Nicht nur wegen der Unfallgefahr, sondern auch, weil hohe Geschwindigkeiten Unbehagen bei den Mini-Bikern auslösen können. Schließlich wird nicht jeder als Adrenalinjunkie geboren. Doch was nicht ist, kann ja noch werden…

Lange Strecken planen: Darf es etwas weiter sein?

Nicht immer liegt in der Kürze auch die Würze. Lange Strecken auf dem Bike zurückzulegen kann oft die schönste Hauptsache der Welt sein.

Schließlich bringt uns das Bike auch wunderbar in den Urlaub oder an andere weit entfernt gelegene Destinationen. Allerdings solltet ihr gut vorbereitet sein, um auch längere Trips entspannt zu überstehen.

Zunächst das Grundsätzliche: Fahrt nur mit vollem Tank los und überprüft vorher Öl, Bremsflüssigkeit und Reifen. Gerade bei voller Beladung ist ein höherer Reifendruck angesagt. Um für Notfälle gerüstet zu sein, solltet ihr immer ein Handy dabeihaben. Wechselklamotten sind für einen plötzlichen Wetterumbruch ebenfalls eine gute Idee.

Um physisch fit ans Ziel zu gelangen, fahrt besser nicht mit vollem Bauch los. Schwer Verdauliches im Magen führt schnell zu Sodbrennen – wenig förderlich auf dem Bike. Nehmt am besten vorher eine kleine Mahlzeit mit Kohlenhydraten zu euch. Zum Beispiel etwas mit Vollkorn, das sorgt für einen gleichmäßigen Blutzuckerspiegel und hilft dabei, die Konzentration für die Tour aufrechtzuerhalten.

Jetzt geht’s an die Knochen

Achtet darauf, regelmäßig eure Position zu verändern. Lasst Kopf und Schultern hin und wieder durchhängen und lockert Gesichtsmuskulatur und Hände, sonst drohen Verspannungen. Plant auch regelmäßige Pausen ein und setzt euch kein zu enges Zeitlimit – schließlich wollte ihr die lange Fahrt genießen.

So klappt das Fahren in der Gruppe ganz entspannt

Ganz klar: Ein großer Konvoi mit schicken Bikes ist eine absolute Augenweide. Beim Fahren in der Gruppe kann allerdings auch viel schiefgehen. Lest hier unsere Tipps für reibungslose Touren auf vielen Rädern.

Für uns Biker sind Ausfahrten mit Freunden das ultimative Hochgefühl, denn wie könnten wir Geschlossenheit und Zusammenhalt besser demonstrieren? Demnächst stehen mehrere Events mit Paraden und Sternfahrten im Programm an, die sich viele von euch nicht entgehen lassen werden – doch gerade mit weniger Erfahrung solltet ihr die Schwierigkeiten einer Fahrt im Konvoi nicht unterschätzen. Insbesondere, wenn ihr die anderen Fahrer und ihre Fahrweise nicht kennt, kommt es schnell zu ungeahnten Problemen.

Zunächst einmal: Sprecht euch ab, bevor es losgeht und macht Zeichen aus, mit denen ihr unterwegs kommunizieren könnt. Während bei größeren Gruppen der erste und letzte Fahrer mitunter kommunikationstechnisch verbunden sind, können sich die restlichen nur per Handzeichen verständigen. Macht im Vorfeld aus, wann ihr beispielsweise zum Tanken anhalten müsst und wie die Route verläuft. Falls der ein oder andere schon zu Beginn keinen vollen Tank mehr hat, ist es gut, auch dies zu wissen.

Für das Fahren in der Gruppe selbst gilt, dass an den Anfang ein erfahrener und ortskundiger Biker gehört – er muss Hindernisse auf der Strecke richtig beurteilen, auf Verkehr und Ausschilderung achten, das Tempo vorgeben und den Konvoi leiten. Gleich dahinter fahren am besten die schwächsten Teilnehmer, sei es aufgrund mangelnder Erfahrung oder schwacher Motorisierung, damit diese am Ende des Felds nicht zu unnötigen Manövern gezwungen werden oder gar verloren gehen.

Fahrt am besten versetzt und nie direkt hintereinander – so habt ihr freie Sicht auf die Straße und kommt auch bei einer Vollbremsung im Idealfall nebeneinander zum Stehen. Außerdem vermeidet ihr so, im Toten Winkel des Vordermanns zu fahren und habt euren Nachfolger vielmehr ständig im Rückspiegel. An Kreuzungen findet ihr euch am besten so eng wie möglich in Zweierreihen zusammen, um so vielen Fahrern wie möglich das Überqueren zu ermöglichen. Ansonsten: Verzichtet auf Überholmanöver und achtet so gut wie möglich auf euch selbst – so werdet ihr im Nu die entspannte Gruppendynamik zu schätzen lernen.

Gute Tipps bei schlechter Sicht und beschlagenem Visier

Eine beschlagene Scheibe trübt im wahrsten Sinne des Wortes die Freude am Visier. Hier ein paar Ideen zur Vorsorge.

Diejenigen unter uns, die auf schnörkellose Jethelme oder Braincaps setzen, sind natürlich nicht betroffen von diesem Problem – dennoch gibt es genug Biker, die bei anspruchsvolleren Bedingungen ein Visier bevorzugen. Gefährlich wird es, wenn dieses plötzlich durch das Aufeinandertreffen von kalter Außenluft und warmem Atem beschlägt und die Sicht hinfort ist. Besonders bei Regen und feuchtem Wetter kann das schnell gehen. Hier ein paar Tipps, wie ihr beschlagfrei ans Ziel kommt.

Natürlich bieten viele Hersteller spezielle Antibeschlag-Visiere an. Besonders für Integralhelme ist das sogenannte Pinlock-Visier eine Option – hier gibt es noch ein zweiteres, kleines Visier hinter der ersten Scheibe. Die isolierende Luftschicht verhindert dann das Beschlagen. Für Fans von Jethelmen ist diese Methode allerdings weniger geeignet, so dass wir uns anderes behelfen müssen.

Ein einfacher und wirklich uralter Tipp, auf den viele von euch schwören: Spülmittel. Hierfür taucht ihr einen Lappen in warmes Spülwasser und wischt das Visier alle paar Tage von innen damit ab – je nachdem, wie oft ihr mit eurem Bike auf die Straße geht, natürlich. Wichtig ist dennoch: Die Regelmäßigkeit macht’s, denn der so entstandene Schutz ist schnell wieder weg.

In Hinblick auf Antibeschlag-Folien oder speziellen Mitteln fürs Visier sind die Meinungen geteilt. Zum einen kommen wir finanziell schnell in Sphären der Visiere mit spezieller Beschichtung, zum anderen ist gerade die Handhabung der Folien nicht einfach. Wer einmal Ärger mit Luftbläschen zwischen Scheibe und Folie hatte, wird dies sicher bestätigen. Dennoch lassen wir uns natürlich gerne eines besseren belehren, wenn ihr positive Erfahrungen gemacht habt.