Project Livewire im Harley-Davidson Museum vorgestellt

Was sollen wir davon halten? Am Donnerstag feierte das E-Bike „Livewire“ Premiere bei der Bike Night im Harley-Davidson Museum – hier die ersten Reaktionen.

Wer hätte das gedacht: Ausgerechnet die sonst so traditionsbewusste Kultmarke Harley-Davidson hat in Sachen Motorradbau einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht und das erste Elektro-Bike vorgestellt. Wie ihr sicherlich bereits mitbekommen habt, nennt sich das Projekt „Livewire“ und hat sich jetzt erstmal auf Testfahrt durch die USA begeben, passenderweise entlang der Route 66.

Denn bevor Livewire überhaupt einmal in Serie geht – was noch lange nicht klar ist -, sollen natürlich erst einmal die Reaktionen der Motorradfans eingefangen werden. Ernst wurde es zum ersten Mal am Donnerstag, den 26. Juni bei der Bike Night im Harley-Davidson Museum in Milwaukee, Wisconsin – hier hatten Biker zum ersten Mal die Möglichkeit, Livewire zu testen.

Dabei fallen die Reaktionen gemischt aus: Verwirrend ist zunächst einmal der Sound, denn das wunderschöne, satte Brummen eines großen Motors fehlt hier. Dennoch haben sich die Konstrukteure offenbar Mühe gegeben, einen Sound zu generieren – doch original nach Harley klingt er natürlich nicht, eher high-pitched und kreischend wie ein Jet. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist die fehlende Gangschaltung, denn der Elektromotor macht eine manuelle Schaltung überflüssig.

Lob gab es dafür für Power und Komfort der Maschine – auch wenn sie sicherlich in nächster Zukunft nicht als Alternative für die Hell’s Angels in Frage kommen wird. Was haltet ihr von Project Livewire? Wir freuen uns auf eure Meinungen!

Darum ist Raw Denim das Nonplusultra

In den letzten Jahren ist Raw Denim glücklicherweise wieder populärer geworden: Während viele Jeansfans nach wie vor auf Extremwaschungen, Bleichen und künstliche Used-Details setzen, weiß man gerade in der Bikerszene die Vorzüge von purem, unbehandeltem und authentischem Denim zu schätzen.

Eigentlich muss sich eine Jeans ihre Gebrauchsspuren nämlich erst verdienen und diese nicht schon mit der Geburt praktisch gratis mitbekommen, auch wenn der Weg dorthin hart und unbequem ist.

Der Trend des dunklen, indigoblauen Raw Denim geht eigentlich auf die Arbeiterhosen in den USA zurück, die über Jahre hinweg extremer Beanspruchung standhalten mussten -das Gleiche erwarten wir auch als Biker von unseren Jeans. Die hochgekrempelten Hosenbeine der klassischen Arbeiterhose stammen übrigens von der Tradition, Jeans an jüngere Brüder weiterzureichen, weshalb die Hosen nie gekürzt, sondern eben umgeschlagen wurden.

Um Raw Denim selbst einzutragen, braucht es allerdings etwas Geduld: Acht Monate lang solltet ihr die Hose nicht waschen und dafür so oft wie möglich tragen, auch wenn es anfangs sehr unbequem sein kann. Doch nur so entwickelt die Hose ihren eigenen Look mit den ureigenen Gebrauchsspuren und perfekten Sitz, der ewig hält. Außerdem wäscht das schöne Indigo durch das möglichst späte Waschen nicht gleichmäßig aus, sondern später der natürlichen Tragefalten entsprechend unregelmäßig.

Auf Workwear und Raw Denim spezialisiert hat sich vor allem die Marke Indigofera – hier setzt man auf altmodische Qualität, zudem trägt das Label die besondere Farbe des Raw Denim sogar auch noch gleich im Namen. Einen guten Ruf auf dem Markt genießt außerdem das „eisenharte“ Denim Iron Heart, einst von japanischen Bikern gegründet – es hält praktisch ein Leben lang.

Darum erobern die Rocker von den „Sons of Anarchy“ das TV

Seit 2008 sorgen die „Sons of Anarchy“ in den USA schon für Furore – hierzulande ist die Serie leider erst seit rund zwei Jahren zu sehen. Für diejenigen, die mit dem Thema noch nicht viel anfangen können – worum geht es eigentlich, und woher kommt der Hype?  

Im Zentrum von „Sons of Anarchy“ steht der gleichnamige, fiktive Motorradclub, der in groben Zügen an die Hell’s Angels angelehnt ist – so kommt Mitgründer Sonny Barger sogar zum ein oder anderen Gastauftritt. Speziell geht es um das in Nordkalifornien ansässige Chapter SAMCRO, kurz für Sons of Anarchy Motorcycle Club, Redwood Original, und dessen Mitglieder und Machenschaften. Zentral für die Story ist der fortwährende Konflikt zwischen Protagonist Jackson ‚Jax‘ Teller und dessen Stiefvater Clay Morrow, zugleich Präsident des Chapters.

Dieser Konflikt, in dem auch Jax‘ dominante und bisweilen sehr skrupellose Mutter Gemma eine wesentliche Rolle spielt, ist es, den Kritiker immer wieder hervorheben, denn er erinnert nicht nur an das große Hamlet-Motiv, sondern verleiht den sehr komplex gestalteten Figuren Tiefe und Entwicklung.

Natürlich kommen auch die Bikes nicht zu kurz – immerhin ist ein Motorradclub im Zentrum einer TV-Serie ein Novum und die Serienverantworlichen zelebrieren dieses auch. So werden die Protagonisten als derbe Rocker inszeniert, die stets Kutte mit dem optisch bestechenden Grim Reaper und den entsprechenden Patches auf dem Rücken tragen, gerne zu T-Shirt, Lederjacke und Jeans. Auf dem Haupt nicht mehr als minimalistische Braincaps, fahren Jax und Co. fast durchweg Harley-Davidson Dynas, mitunter auch umgebaut.

Ohne Frage: Wenn die SAMCRO-Crew auf ihren extrem coolen Choppern im Pulk auf den langen Straßen Nordkaliforniens unterwegs ist, in der Regel in äußerst gemächlichem Tempo und mit stimmungsvoller Rockmusik unterlegt, fühlt man die Freiheit von Easy Rider fast im Blut – und optisch bestechend ist der Anblick obendrein.