Unterwegs auf dem Bike: Verkehrstipps für die Schweiz und Österreich

Egal, ob euer Reiseziel tatsächlich in der Schweiz oder Österreich liegt, oder ob ihr die Alpenländer nur auf dem Weg in den Süden durchquert – ein bisschen Grundwissen über die Verkehrsregeln kann nicht schaden, denn einiges ist anders als bei uns.

So haben beide Länder beispielsweise eine Autobahnmaut eingeführt. Mit einer Vignette signalisiert ihr, dass ihr die Gebühr entrichtet habt. Nur wo aufkleben, ist die Frage? Laut Vorschrift muss die Vignette zwar an einem gut sichtbaren, nicht auswechselbaren Teil des Motorrads aufgeklebt werden – in Frage kommt nach gängiger Praxis allerdings auch der Platz unter der Sitzbank. Vorteil ist die Diebstahl- und Wetterfestigkeit dieses „Geheimortes“, bei einer Vignettenkontrolle müsst ihr dann allerdings die Sitzbank kurz anheben.

Wie verhält es sich in der Schweiz und Österreich mit den Tempolimits? Während in Österreich das in vielen Ländern übliche Limit von 130 km/h auf Autobahnen gilt, sind es in der Schweiz nur 120. Außerhalb geschlossener Ortschaften darf in Österreich maximal 100 gefahren werden, in der Schweiz sind es auf Landstraßen sogar nur 80 Stundenkilometer.

Eine Besonderheit gibt es in der Schweiz für bergige Straßen: Sollte euch auf einem für zwei Fahrzeuge zu schmalen Pass doch mal jemand entgegenkommen, muss in der Regel das bergab fahrende Fahrzeug zurücksetzen. Bei unterschiedlich schweren Fahrzeugen trifft es allerdings das leichtere, also in der Regel das Motorrad, sofern denn eines beteiligt ist.

Außerdem noch wichtig zu wissen für Touren durch Österreich: Auch auf dem Motorrad müsst ihr hier einen Verbandskasten dabeihaben.

Unterwegs auf dem Bike: Verkehrsregeln in Italien

Im Urlaub durch Südtirol oder die Toscana? Italien ist nicht nur für Biker ein traumhaftes Reiseziel. Noch entspannter wird die Tour allerdings, wenn ihr euch ein wenig mit den verkehrstechnischen Gepflogenheiten und Vorschriften auskennt.

Ein bisschen Grundsätzliches zu Beginn: Auf Autobahnen gibt es in Italien eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h – diese kann je nach Ausschilderung auch variieren. Ansonsten gilt auf Landstraßen ein Tempolimit von 90 und in Ortschaften, wie bei uns, 50 km/h. Haltet euch nach Möglichkeit streng an die Limits, denn in Italien wird viel und gerne kontrolliert – dabei sind die Bußgelder um einiges höher als bei uns, selbst bei vernachlässigenswerten Überschreitungen der Tempovorgabe. Wenn ihr doch einmal erwischt werdet, zahlt am besten sofort. Im besten Fall begleitet euch der Carabinieri sogar zum nächsten Bankschalter.

Wenn euch der Sinn doch einmal nach Kultur und Stadt steht und ihr euch von den malerischen Landstraßen in einen der traumhaften kleinen Orte begebt, wundert euch nicht, wenn ihr nicht weit kommt mit dem Bike: Viele der historischen Altstädte wie Bologna, Florenz, Lucca, Pisa, Rom und San Gimignano sind im Kern komplett verkehrsberuhigt. Mailand hat hingegen eine Citymaut eingeführt. Im Winter herrscht mitunter auch ein Fahrverbot in manchen Städten aufgrund der Luftverschmutzung.

Was gibt es sonst noch zu wissen? Die Promillegrenze liegt wie bei uns bei 0,5, darüber hinaus besteht natürlich Helmpflicht und auch tagsüber ist Abblendlicht außerhalb geschlossener Ortschaften vorgeschrieben. Von der Warnwestenpflicht sind wir hingegen als Biker nicht betroffen. Beachtet außerdem, dass ihr wirklich „korrekt“ auf dem Motorrad sitzt und immer beide Hände am Lenker habt – andernfalls riskiert ihr tatsächlich ein Bußgeld.

Biker unterwegs: Was müsst ihr über Verkehrsregeln in Frankreich wissen?

Tourenideen für Frankreich gibt es reichlich – doch wie sieht es eigentlich mit den Vorschriften auf der Straße aus? Wir fassen alles Wissenswerte für eine Reise in unser Nachbarland zusammen.

Mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen bekommen wir eher selten Probleme – dennoch sollten auch entspannte Biker das Tempolimit in Frankreich kennen: 50 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften, 90 km/h auf Landstraßen und 130 km/h auf der Autobahn. Was sich bei uns ja bereits ankündigt, ist in Frankreich längst Gesetz – und zwar die Maut. Ein Tipp: Haltet am besten immer ein bisschen Bargeld für die Mautstationen bereit, da es manchmal auch praktische Einwurf-Automaten gibt. Ansonsten werden auch Kreditkarten akzeptiert.

Ansonsten gilt noch eine Besonderheit: In Frankreich müssen Motorradfahrer mit Maschinen ab 125 cm² Hubraum zwingend reflektierende Kleidung tragen und Warnwesten dabeihaben. Außerdem müssen Motorräder auch tagsüber mit Licht fahren.

Die Promillegrenze hingegen liegt, genau wie uns, bei 0,5 Promille – ab da kann es allerdings richtig teuer werden. Generell liegen die Bußgelder deutlich höher als bei uns, ihr tut euch also selbst einen Gefallen, wenn ihr diese Punkte genau im Blick behaltet. Sollte es doch mal zu einer Konfrontation mit einem Gesetzeshüter kommen, darf die fällige Strafe auch gleich vor Ort gezahlt werden – so wird es mitunter noch etwas günstiger.

Schlösser und Abgeschiedenheit rund um Potsdam

Ohne Frage hat Deutschland auch für Biker viel zu bieten – allerdings gibt es den ein oder anderen Geheimtipp, den wir euch nicht vorenthalten möchten.

So ist Brandenburg als Ziel für Motorradfahrer vielleicht nur Ortskundigen bekannt, dabei ist die Gegend rund um Potsdam auch in historischer Sicht sehr empfehlenswert.

Von Potsdam aus startend empfehlen wir eine 520 Kilometer lange Tour, die euch unter anderem durch Lutherstadt-Wittenberg und Beelitz führt – Letzteres ist übrigens berühmt für den Spargelanbau. Doch nicht nur landwirtschaftlich, auch architektonisch kommt ihr in der Gegend auf eure Kosten. Gerade Potsdam ist mit seinen Schloss- und Parkanlagen ein Juwel der Baugeschichte und immer einen Besuch wert.

Ein Tipp: Gerade außerhalb der Ferien seid ihr hier mitunter wirklich in Ruhe unterwegs und könnt euch teilweise über freie Straßen und ruhiges Fahrvergnügen freuen. Besonders viel Spaß macht die Etappe zwischen Wenzlow und Coswig, die durch kurvenreiche Hügel führt und obendrein tolle Schauwerte bietet. Eine tolle Aussicht habt ihr auch in Bad Belzig von Burg Eisenhard aus, während sich Lutherstadt-Wittenberg hingegen vor allem durch seinen schönen Marktplatz auszeichnet – hier lohnt sich ein Stop, die ihr natürlich auf der langen Strecke zahlreich einplanen müsst.

Viele Biker nutzen die Region rund um Potsdam übrigens auch zur Durchfahrt bis nach Polen, ebenfalls ein Geheimtipp für Biker. Schreibt uns gerne eure Erfahrungen!

Die Großglockner-Hochalpenstraße ist ein Traum für Biker

Dass Österreich ein wunderbares Urlaubsziel für Motorradfahrer ist, ist kein Geheimnis – nicht umsonst versammeln sich jedes Jahr im Juni Triumph-Anhänger aus aller Welt bei den Tridays in der Alpenregion. Wer darüber hinaus noch etwas Zeit mitbringt, sollte sich einen Abstecher zum Großglockner nicht entgehen lassen.

Im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern befindet sich mit dem Großglockner der höchste Berg Österreichs: 3.798 m pure Almlandschaft. Auf der Großglockner-Hochalpenstraße können Biker den Koloss am besten erkunden, sie führt über 48 Kilometer durch 36 Kurven und bietet ein atemberaubendes Alpenpanorama mit Bergwiesen, eisbedeckten Gletschern und beeindruckenden Felsen.

Gerade für Motorradfahrer hat die Großglockner-Hochalpenstraße auch sonst viel zu bieten und ist bestens auf Biker-Besuch eingerichtet. So findet ihr auf der Edelweißspitze in 2.571 Meter Höhe den Biker’s Point und das Bikers Nest, einen speziellen Motorradparkplatz, der sich hervorragend als Treffpunkt und Info-Stelle eignet. An der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und am Hochtor gibt es spezielle Schließfächer für Jacken und Helme, um diese Aussichtspunkte frei von Ausrüstung in aller Ruhe erkunden zu können.

Bei der Großglockner-Hochalpenstraße selbst wurde übrigens auf maximale Griffigkeit beim Straßenbelag geachtet, zudem läuft ein Austausch der Leitplanken, um die Gefahr scharfer Kanten zu minimieren. Alles in allem bietet sich Motorradfahrern hier maximaler Fahrspaß auf Dutzenden Kilometern – wer also kein Problem mit der beeindruckenden Höhe hat, sollte sich auf zum Großglockner machen.

Wart ihr schon selbst auf dem Großglockner unterwegs? Dann freuen wir uns über eure Eindrücke und Fotos!