Die richtige Planung von Motorradtouren

Auf eigene Faust eine längere Reise mit dem Bike zu unternehmen, ist immer ein Abenteuer – besonders in einem fremden Land. Doch durch gute Planung könnt Ihr die Risiken minimieren und entspannt aufbrechen. Wir sagen Euch, worauf Ihr achten müsst.

Darauf müsst Ihr achten

Zunächst einmal solltet Ihr vor jeder Urlaubstour einen gründlichen Technik-Check Eures Bikes durchführen lassen. Zudem muss man darauf vorbereitet sein, dass sich das Motorrad mit reichlich Gepäck grundsätzlich anders verhalten kann, als Ihr es vielleicht gewöhnt seid. Bremswege werden im voll bepackten Zustand länger, so dass vorsichtigeres Fahren generell empfehlenswert ist. Daher ist es auch sinnvoll, sich beim Gepäck möglichst zu beschränken. Eine wichtige Faustregel für das Beladen des Motorrads: Achtet darauf, dass Eure Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird.

Bei der Planung der Strecke solltet Ihr zudem vermeiden, Euch zu lange Strecken pro Tag vorzunehmen, denn man will ja in der Regel entspannt und stressfrei vorankommen. Der ADAC empfiehlt beispielsweise, dass man auf Autobahnen keinesfalls mehr als 700 Kilometer pro Fahrtag und auf Bundes- und Landstraßen nicht mehr als 450 beziehungsweise 350 Kilometer pro Fahrtag einplanen sollte. Im Gebirge sollten es nicht mehr als 250 Kilometer sein.

Neben allen relevanten Papieren wie Führerschein, Zulassung, Versicherungskarte und Kreditkarte ist es sinnvoll, auf die Reise auch immer einen Zweitschlüssel mitzunehmen. Weiterhin solltet Ihr für den Fall der Fälle ein Erste-Hilfe-Set immer dabei haben und die wichtigsten Telefonnummern, zum Beispiel von Notdiensten und Euren Hotels, im Handy speichern. Bei den Papieren ist es sinnvoll, diese wasserdicht zu verpacken und außerdem gute Kopien zu erstellen. Verliert man tatsächlich die Originale, kann so einfacher Ersatz beschafft werden. Vorausgesetzt natürlich, man hat die Kopien an anderer Stelle aufbewahrt.

Wenn Ihr auf der Suche nach passenden Unterkünften für Eure Tour seid, haben einige Webseiten nützliche Infos über speziell auf Biker ausgerichtete Hotels und Pensionen parat. Hier finden sich auch durchaus gehobene Vier-Sterne-Unterkünfte, die Serviceleistungen wie Tourenvorschläge, Unterstellplätze, Trockenräume und Reinigungsmöglichkeiten für Motorräder bieten.

Noch ein Tipp zum Schluss: Auch die richtigen Smartphone-Apps können auf einer Tour sehr hilfreich sein. Neben Karten- und Touren-Apps gibt es zum Beispiel bei iTunes auch Fachzeitschriften, spezielle Anwendungen vom ADAC fürs Handy und einiges mehr.

Legendäre Strecken: Die Geheimnisse der Route 66

Die Route 66 reichte ursprünglich durchgehend von Chicago bis nach Kalifornien und verkörpert wie keine andere Straßenverbindung in den USA den Geist von Aufbruchsstimmung und Freiheitsdrang. Auch heute noch könnt Ihr weite Teile der legendären Strecke mit dem Motorrad befahren.

Bikes und die Route 66 – das gehört für viele zusammen wie Gin und Tonic. Tatsächlich sind die legendäre Mother Road und Motorräder seit den frühen Anfängen des US-Highways miteinander verbunden: Als die Route noch nicht den Namen 66 trug, fuhr ein Motorradfahrer namens Erwin G. Baker über damals schon vorhandene Teilstücke der Strecke – das war im Jahr 1915. Er brauchte elf Tage. 18 Jahre später tat er es wieder. Dank des Ausbaus zur Route 66 und der Errungenschaft Asphalt benötigte er lediglich 53 Stunden…

In 40er- und 50er-Jahren erlebte die Route 66 und das motorisierte Reisen ihre Sternstunden. Als wichtigste Verbindung zwischen der Ost- und Westküste herrschte auf der Straße geschäftiges Treiben. Nachdem man in den 60ern jedoch die kurvenreiche, einspurige Architektur der Route 66 durch Umgehungsstraßen und moderne Highways schrittweise ablöste, begann der Verfall der für Biker phänomenalen Strecke und der vielen Sehenswürdigkeiten und Orte entlang des Highways. Die zahlreichen Tankstellen, Diner und Motels verkümmerten zu verlassenen Zeitzeugen einer glänzenden Ära. Doch genau dieser zerrüttete Retro-Charme ist es, der noch heute viele Biker und Touristen anzieht.

Viele US-Bundesstaaten und Organisationen  haben sich dem Erhalt der ursprünglichen Strecke verschrieben. 3400 Kilometer sind insgesamt noch befahrbar, wobei weite Teile jedoch relativ einsam und verlassen sind. Eine Motorradtour, die auf der Historic Route 66 noch immer eine besondere Herausforderung darstellt, sollte also gut geplant sein – gerade wenn Ihr sie auf eigene Faust unternehmt. Nicht zuletzt, da manche Teilstücke ins Leere führen können oder privatisiert wurden.

Zahlreiche Anbieter wie zum Beispiel US Bike Travel bieten daher geführte Touren für die Route 66 auf gemieteten Maschinen an. Diese verlaufen teilweise über mehr als zwei Wochen und über die komplette Strecke von Chicago nach Los Angeles oder umgekehrt. Wer die Mother Road auf eigene Faust erkunden will, sollte sich eine Karte mit der genauen Streckenführung zulegen. Im Internet gibt es zahlreiche Kombinationen aus Maps und Übernachtungsempfehlungen entlang der Route zu kaufen.

Wenn Ihr Euch für die Route 66 entscheidet, werdet Ihr nicht enttäuscht werden. So manche einst verfallene „Roadside Attraction“ wurde mittlerweile restauriert und kleine Museen oder die berühmten amerikanischen Diner säumen viele Teile der Strecke. Roy’s Cafe, das Tipi-Motel oder das Örtchen Seligman sind definitiv einen Stopp wert. Bei aller Planung und Organisation bleibt eine Fahrt auf der berühmtesten Straße der Welt aber immer auch ein echtes Abenteuer für mutige Biker.

Auf dem Bike durch die Dolomiten

Die Dolomiten in Südtirol sind eine beeindruckende Gebirgskette und ein wahrer Traum für Motorradfahrer. Zahlreiche Kurven und Pässe fordern euer Geschick, machen aber auch einfach nur Spaß.

Die Dolomiten ziehen sich durch die autonome Region Trentino-Südtirol in Norditalien sowie die Provinz Belluno. Die bekanntesten Gipfel der Dolomiten sind die drei Zinnen in den Sextener Dolomiten. Höchster Berg ist die Marmolata mit 3342 Höhenmetern. Teile der Dolomiten gehören seit 2009 sogar zum Weltkulturerbe der Unesco. Klingt beeindruckend? Besonders für Biker sind die Dolomiten ein echtes Erlebnis.

Ein bekannter Dolomitenpass, der euch auf einer Tour sehr schöne Aussichten garantiert, ist der 33 Kilometer von Bozen entfernt gelegene Sellajoch. Etwa 17 Kilometer führt die kurvenreiche Strecke um den Langkofel, den Hauptgipfel der Langkofelgruppe. Die so genannte Sellarunde eignet sich dabei besonders für die Erfahrenen unter euch. Anfänger sollten sich zunächst kleinere Touren vornehmen. Vorsicht: Auf bekannten Strecken wie dem Sellajoch müsst ihr in der Saison mit viel Verkehr und Reisebussen rechnen.

Besonders um den 15. August („Ferragosto“) herum ist in Italien Urlaubshochzeit, sodass ihr diese Zeit besser meidet. Grundsätzlich bieten sich Touren durch die Dolomiten jedoch von April bis Oktober an. Neben den Passstraßen der Dolomiten gehören für Kulturfreunde auch einige Museen, wie das Bozener und das Südtiroler Archäologiemuseum, zu den Sehenswürdigkeiten der Regionen. Auch das deftige Essen in Südtirol mit seinen Nudelspezialitäten können wir euch wärmstens empfehlen.

Wer keine Lust hat, seine Strecken alleine zu planen, kann bei einigen Anbietern auch auf geführte Touren zurückgreifen. Weitere Informationen zu den Dolomiten sowie Hotel- und Tourentipps findet Ihr online. Ein Tipp noch zum Schluss: Auf den Passstraßen in den Dolomiten gibt es einige Blitzanlagen. Fahrt also (natürlich nicht nur deshalb) vorsichtig!

Abenteuer auf dem Motorrad in Schottland

Es müssen nicht immer gleich die USA sein, wenn ihr auf einer Motorrad-Tour beeindruckende Natur erleben wollt. In Schottland könnt ihr auf den Spuren des Highlanders wandeln und bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten entdecken.

Für eine Biking-Tour durch Schottland empfehlen wir die Monate zwischen Frühling und Herbst, da das im Allgemeinen sowieso sehr unbeständige schottische Wetter im Winter eher keine Offenbarung ist. In den Highlands müsst ihr zwischen Oktober und April auf jeden Fall mit Schnee rechnen. Im Sommer wiederum kann es auch in Schottland ziemlich überlaufen sein – daher ist beispielsweise der September besonders empfehlenswert für eine Tour.

Stattet bei einem Trip in die Highlands unbedingt Schottlands bekanntestem See einen Besuch ab – vielleicht könnt ihr gar einen Blick auf Nessie werfen. Der Süßwassersee Loch Ness liegt in der Council Area Highland etwa zehn Kilometer südwestlich von Inverness. Die enge Küstenstraße rund um den See ist für Biker besonders attraktiv. Etwa 170 Kilometer von Loch Ness entfernt befindet sich die Hauptstadt Edinburgh – lasst euch die wunderschöne Architektur und das mittelalterliche Flair nicht entgehen. Über der Stadt thront auf dem Castle Rock eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Schottlands: die Burg Edinburgh Castle.

Für das Übersetzen nach Schottland mit dem Motorrad ist die Fährverbindung von Amsterdam nach Newcastle ideal. Von Newcastle aus sind es nur rund 175 Kilometer bis Edinburgh. Angeboten wird die Verbindung von der Reederei DFDS Seaways. Wenn ihr vor Ort ein Motorrad leihen wollt, könnt ihr alternativ natürlich auch mit Bahn (durch den Eurotunnel ins englische Folkstone) oder per Flugzeug anreisen. Besonders rund um die Großstädte wie zum Beispiel Edinburgh gibt es einige Anbieter, die Motorräder verleihen. Ihr solltet hier im Vorfeld allerdings Preise und Leistungen genau vergleichen.

Generell sind in Schottland die älteren, kurvenreichen Nebenstraßen besonders attraktiv – allerdings auch mit besonderer Vorsicht zu genießen. Bei den einspurigen Straßen gilt es, sehr genau auf entgegenkommende Verkehrsteilnehmer zu achten. Nicht vergessen: In Schottland herrscht generell Linksverkehr.

Die besten Motorradstraßen der USA: Der Westen

Auch für Biker sind die USA das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Wie kaum woanders auf Erden findet man hier geniale Strecken in völlig verschiedenen Landschaften. Wir stellen Euch deshalb die besten Motorradstraßen von Kalifornien bis North Carolina vor.

Go West…

Im Bundesstaat Kalifornien befindet sich der Pacific Coast Highway (PCH) – nicht umsonst eine der schönsten Straßen für Biker in den USA. Der Küstenstreifen Big Sur ist dabei der beeindruckendste Teil der Strecke. Rund 100 Kilometer weit fahrt ihr hier direkt an der Küste entlang. Die faszinierende Landschaft mit Wäldern, schroffen Felsen und den Wellen des Ozeans unter euch macht die Fahrt zu einem besonderen Erlebnis.

Wer es etwas bergiger mag, findet nördlich von Kalifornien in Montana, dem viertgrößten Bundesstaat der USA und Wyoming den Beartooth Highway. Dieser führt durch die Beartooth Mountains und bringt euch hoch auf über 3000 Meter. Der  Beartooth Highway vermittelt ein echtes Gefühl von Freiheit, allerdings geht es hier auch ganz schön rau zu. Starke Winde, Gewitter und sogar Schneestürme im Sommer machen die ansonsten recht kurze Strecke anspruchsvoll. Geöffnet ist sie von Mitte Mai bis Mitte Oktober.

Ebenfalls in Montana gelegen ist die Going-to-the-Sun Road – die einzige Straße, die sich durch den Glacier-Nationalpark im Hochgebirge der Rocky Mountains zieht. Die Straße lässt sich in etwa zwei Stunden ohne Pause abfahren. 2014 soll die komplette Strecke allerdings nicht vor dem 20. Juni geöffnet sein, da sie häufig vom Schnee befreit werden muss.

Im Süden von Wyoming und damit relativ zentral liegt Colorado, wo wir euch den 233 Meilen langen San Juan Skyway, der durch die San Juan Mountains führt, ans Herz legen. Auch hier ist Konzentration gefragt, da ihr es andauernd mit S-Kurven, Höhen und Neigungen zu tun habt. Darüber hinaus ist die Strecke, die durch Skigebiete und Nationalparks führt, ausgesprochen malerisch und möglicherweise könnt ihr sogar den einen oder anderen Bären aus der Ferne sehen.