Kleiner Exkurs über die Verarbeitung von Leder

Leder unterscheidet sich nicht nur hinsichtlich der verwendeten Tierhäute – auch die Verarbeitung hat Einfluss auf den Einsatz im Bereich von Kleidung und Accessoires.

Das wohl gängigste Material für Motorräder und Bikerkleidung ist Nappaleder: Ursprünglich war es eher ein Begriff für Handschuh- und Bekleidungsleder, doch heute spricht man auch im Bereich von Möbeln und anderen Polsterteilen von Nappaleder – eigentlich ist es sogar ein Überbegriff für glattes Leder. Die Oberfläche ist glatt und geschmeidig, somit ist Nappa neben Kleidung auch hervorragend geeignet für Sitzbänke, Motorradtaschen und anderes Zubehör.

Nubukleder unterscheidet sich von Nappaleder durch seine feine, aufgeraute Oberfläche auf der Narbenseite. Damit erhält es erst seine typisch samtige Oberfläche, bei der die natürliche Lederfaser kaum mehr zu erkennen ist. Nubuk ist allerdings auch sehr empfindlich gegenüber Schmutz und Ausbleichen durch die Sonne – somit ist sein Einsatz eigentlich eher im Bereich von Accessoires wie Taschen oder Portemonnaies denn strapazierfähiger Motorradkleidung üblich.

Veloursleder wiederum ist noch stärker aufgeraut als Nubuk und hat eine unbeschichtete Rückseite. Seine Textur ist sehr grob und weniger weich und empfindlich, dadurch eignet es sich auch für sehr schöne Bikerjacken – man denke nur an cognac- oder naturfarbene Jacken oder Fransenstiefel im Cowboystil, denen Velours erst die typische, naturverbundene Optik verleiht. Die Pflege ist übrigens kaum der Rede wert, denn Velours ist extrem unempfindlich gegen Flecken und lässt sich einfach abbürsten.

Eine besondere Stellung im Biker-Segment nimmt das sogenannte Full-Grain Leder ein, also vollnarbiges Glattleder, das nicht geprägt und abgesehen von der milden Gerbung naturbelassen ist. So sind alle natürlichen Unregelmäßigkeiten und die typische Narbung der Tierhaut gut zu erkennen lässt. Die Textur ist ebenfalls weich und sehr griffig – durch seine derbe Optik eignet es sich besonders gut für Vintage-Stücke.