Legendäre Strecken: Die Geheimnisse der Route 66

Die Route 66 reichte ursprünglich durchgehend von Chicago bis nach Kalifornien und verkörpert wie keine andere Straßenverbindung in den USA den Geist von Aufbruchsstimmung und Freiheitsdrang. Auch heute noch könnt Ihr weite Teile der legendären Strecke mit dem Motorrad befahren.

Bikes und die Route 66 – das gehört für viele zusammen wie Gin und Tonic. Tatsächlich sind die legendäre Mother Road und Motorräder seit den frühen Anfängen des US-Highways miteinander verbunden: Als die Route noch nicht den Namen 66 trug, fuhr ein Motorradfahrer namens Erwin G. Baker über damals schon vorhandene Teilstücke der Strecke – das war im Jahr 1915. Er brauchte elf Tage. 18 Jahre später tat er es wieder. Dank des Ausbaus zur Route 66 und der Errungenschaft Asphalt benötigte er lediglich 53 Stunden…

In 40er- und 50er-Jahren erlebte die Route 66 und das motorisierte Reisen ihre Sternstunden. Als wichtigste Verbindung zwischen der Ost- und Westküste herrschte auf der Straße geschäftiges Treiben. Nachdem man in den 60ern jedoch die kurvenreiche, einspurige Architektur der Route 66 durch Umgehungsstraßen und moderne Highways schrittweise ablöste, begann der Verfall der für Biker phänomenalen Strecke und der vielen Sehenswürdigkeiten und Orte entlang des Highways. Die zahlreichen Tankstellen, Diner und Motels verkümmerten zu verlassenen Zeitzeugen einer glänzenden Ära. Doch genau dieser zerrüttete Retro-Charme ist es, der noch heute viele Biker und Touristen anzieht.

Viele US-Bundesstaaten und Organisationen  haben sich dem Erhalt der ursprünglichen Strecke verschrieben. 3400 Kilometer sind insgesamt noch befahrbar, wobei weite Teile jedoch relativ einsam und verlassen sind. Eine Motorradtour, die auf der Historic Route 66 noch immer eine besondere Herausforderung darstellt, sollte also gut geplant sein – gerade wenn Ihr sie auf eigene Faust unternehmt. Nicht zuletzt, da manche Teilstücke ins Leere führen können oder privatisiert wurden.

Zahlreiche Anbieter wie zum Beispiel US Bike Travel bieten daher geführte Touren für die Route 66 auf gemieteten Maschinen an. Diese verlaufen teilweise über mehr als zwei Wochen und über die komplette Strecke von Chicago nach Los Angeles oder umgekehrt. Wer die Mother Road auf eigene Faust erkunden will, sollte sich eine Karte mit der genauen Streckenführung zulegen. Im Internet gibt es zahlreiche Kombinationen aus Maps und Übernachtungsempfehlungen entlang der Route zu kaufen.

Wenn Ihr Euch für die Route 66 entscheidet, werdet Ihr nicht enttäuscht werden. So manche einst verfallene „Roadside Attraction“ wurde mittlerweile restauriert und kleine Museen oder die berühmten amerikanischen Diner säumen viele Teile der Strecke. Roy’s Cafe, das Tipi-Motel oder das Örtchen Seligman sind definitiv einen Stopp wert. Bei aller Planung und Organisation bleibt eine Fahrt auf der berühmtesten Straße der Welt aber immer auch ein echtes Abenteuer für mutige Biker.